Etappenlauf-Bericht vom FINAMA 2005
 

- „Welche Etappe läufst du? Die zweite?“ - Mitleidiges Schweigen.

 - „Ach so, du hast die zweite...Also das ist ja die schwierigste...“

- „Ah, die zweite; die bin ich letztes / vorletztes Jahr /früher mal gelaufen, also, die nehm ich NIE wieder, ich war ja sooo platt danach!“

So lauteten einige der überaus ermutigenden, aufbauenden Kommentare, die mein Vorhaben, die zweite Staffel des Fidelitas-Nachtlaufes zu übernehmen, meinen Laufkollegen entlockte.

Und dann kam die Hitzewelle, die die ganze Region über Tage vor dem 25. Juni hinweg schon mal auf 34° Durchschnittstemperatur brachte.

Und dann kam er, der Samstag. Das Wetter hatte sich auf sibirische 28° oder so ähnlich beruhigt, allerdings mit „Schauer- und Gewitterneigung“, wie es immer so beschönigend heißt. Das bedeutet nämlich in Wahrheit, dass es schwül und unerträglich wird, was unserer  ersten Läuferin Angelika  das Laufen in der dumpfigen Ebene bis Grötzingen schier unmöglich machte.

An dieser Stelle ein Riesenkompliment für die eiserne Ausdauer, mit der sie dies trotzdem durchgezogen hat!

Mit den Worten „Es ist ganz furchtbar heute; sei bloß vorsichtig!“ drückte sie mir die Startnummer in die Hand – noch so eine Ermutigung!...

Der erste Anstieg kam ja dann auch sofort, gleich bei den letzten Grötzinger Häusern ging es hoch. Und das auch noch ziemlich steil, wie ich fand, so direkt nach dem Start, noch etwas steif und nicht recht „auf Touren“. Aber vielleicht rührt dieser Eindruck eher daher, dass ich selber nicht der „Starter-Typ“ bin; ich brauche eigentlich immer eine ganze Weile, ehe „es läuft“.

Den weiteren Verlauf der Strecke kann man mit wenigen  Worten zusammenfassen:

Wenn man diese erste Höhe erklommen hat, öffnet sich ein wunderbarer Blick über die fast Toskana-ähnliche Landschaft. Auch das Klima ist dort oben viel erträglicher; man lässt die dicke Rheinebenenluft zurück – die Sonne kam dann auch wieder (in Grötzingen hatte es noch drohend getröpfelt) und wärmte auf (schätzungsweise) angenehme 27°.

Die weiteren Steigungen, so dramatisch angekündigt, erwiesen sich als absolut bezwingbar, außerdem wird man immer wieder entschädigt durch die Freude an einem echten „Landschaftslauf“.

Wenn man die ganze Geschichte dann auch noch ohne die in Freizeitsportlerkreisen ja so besonders ausgeprägte Jagd auf „Bestzeiten“ angeht, kann man den Nachtlauf nur gewinnen.

Na ja, ich hab natürlich leicht reden mit meinen schnellen „Mitläufern“, die meine genüssliche Trödelei dann mit 1h26 (Uli P. auf der dritten Etappe) und knapp 2h (Hannes auf den 24 letzten Kilometern) nachbesserten....

Auch vor Euch beiden sei hier nochmals der ganz große Hut gezogen!

Und wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt, sind wir nächstes Jahr wieder dabei; in einer der zahllosen, leistungs– und vor allem stimmungsstarken Staffeln des LT.

Zu guter Letzt soll  - zum wiederholten Male, aber man kann das nicht oft genug erwähnen!!! – ein besonderes Dankeschön an Albert, unseren „Hügellaufcoach“, gehen. Ohne dieses Angebot inklusive der kompetenten, geduldigen und einfach netten Betreuung hätten wir alle unsere diversen Ziele nicht  erreicht (ich denke, ich darf da für alle sprechen, oder?)!

So war's, und wir freuen uns auf alle weiteren Groß – und Kleinereignisse!

 

                                        Ulrike L.