Hier noch ein kleiner etwas verspäteter Laufbericht vom glacier3000
run in Gstaad:

Nach dem eklat bei Zugspitzlauf im letzten Jahr haben mein alter
Schulfreund Michael und ich uns in diesem Jahr den glacier3000 run in
der Schweiz rausgesucht.
Nach seinem Schönwetter debut  2008 versprach dieser Lauf ein ganz
besonderes Hochgebirgserlebnis zu werden, konnte dieses Versprechen
aber nicht ganz halten - irgendwie meint es Petrus mit den Bergläufen
zur Zeit nicht wirklich gut.

 Hier die Eckdaten:  Der Lauf führt von Gstaad (1050m) über Gsteig ins
Skigebiet glacier 3000 mit Ziel auf der Bergstation des skex rouge
auf 2970m.  Dabei sind netto 1900 hm (gesamt ca. 2050hm) auf einer
Strecke von 26 km zu überwinden. Der Lauf unterteilt sich zwei
Abschnitte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die ersten
16 km sind ein typischer Landschaftslauf mit etwas Anstieg, dabei
schon ein paar kleinere Rampen  und abschüssige Wegen auf Teer und
Naturpfaden. Auf den letzten 10 km bringt man dann bei zu
überwindenden ca 1600 hm bei weitem die meiste Zeit zu.

 Wie gesagt, der Wetterbericht war mal wieder nicht so toll, am
Freitag vor dem Lauf auf der Anreise unwetterartiger Regen, am Tag
des Laufes dann verhangener Himmel, Niesel und einzelne Schauer.
Trotzdem versprach der kurzfristige Wetterbericht stabil mäßiges
Wetter und keine Schneekatastrophe wie an der Zugspitze 2008.

Vom Start weg ging es dann zügig los, nicht zuletzt auch wegen der
2er Staffeln. Aber auch die Weltspitze im Berglauf (Martin Cox, GBR,
war mal wieder dabei) kann  im Flachen schnell laufen (2008 die
ersten 16 km in gut 52 min!!). Für die Strecke habe ich mir, ahnend
was danach kommt, doch ca 1.15h Zeit genommen, was mir recht zügig
vorkam und mich an mein schlechtes Gewissen wegen der wenigen
Trainingskilometer nach dem Rennsteiglauf im Mai erinnerte.
Dann gings los, erst auf einem breiten Fahrweg, dann auf schmalen
Steigen, die allein schon wegen Stolper- und Rutschgefahr nach dem
Regen nur bedingt richtiges Laufen zuließen, ging es brutal steil
bergauf - viele gingen und waren nicht so viel langsamer. Aber da
gehen ja nun mal gegen die Bergläuferehre ist bin wo nur möglich
gelaufen und konnte doch einige überholen, die vielleicht der
Strategie " unten schnell und dann hoch gehen" gefolgt waren.  Nach
ober wurde es immer kälter und nebliger, die Regenjacke, Mütze und
Handschuhe habe ich allerdings erst im Ziel gebraucht.
Wegen des Tempos braucht man sich auch bei großem Enthusiasmus keine
Illusionen machen - für die letzten 3 km habe ich eine halbe Stunde
gebraucht, die fantastisch ausgestatteten Verpflegungsstellen alle
2km waren sicherlich nicht zu viele.
Zuletzt ging es spektakulär über einen Gletscher und zum Ziel über
grandios kraftraubenden hochalpinen Matsch, dann Treppen, dann
Gipfelplattform, leider ohne Fernblick, da im Nebel.

Letztendlich war es ein schöner Lauf, obwohl ich mir die Höhenmeter
besser auf moderate steile, gut laufbare Anstiege verteilt gewünscht
hätte.
Mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden: 41. Platz bei über 400
Teilnehmern. Zeit 3.06h - damit natürlich weit abgeschlagen vom
Sieger Martin Cox mit 2.27h - aber der führt ja auch den Weltcup im
Berglauf an und muss daher so schnell laufen. Mein Kumpel Micha war
mit 3.24 (105. Platz) auch sehr zufrieden, sah aber nicht besonders
angestrengt aus.

 Fazit: Berglauf ist toll und macht übrigens keinen Muskelkater!

 Liebe Grüße
Robert

Glacier run 3000