Lauftreff LT Karlsruhe
Füsse
Bericht vom Ettlinger Halbmarathon von Emanuel Heitlinger
Zum Zeitpunkt des Rennens befand ich mich in der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon am 30.September, es waren also noch 6 Wochen Training zu absolvieren, davon 4 wichtige Wochen hartes Training vor den zwei Wochen Erholung am Ende der Vorbereitungsphase. Da das Training bis zum Ettlinger Marathon so gut wie noch nie gelaufen war (ich konnte extrem hart und viel traininern ohne Verletzungsprobleme), wollte ich das Rennen taktisch angehen und die bestmögliche Platzierung mit dem geringst möglichen Aufwand erzielen. So hoffte ich trotz des extremen Wetters am Renntag wichtige Ressourcen sparen zu können.
Bei der Startnummernausgabe war ich dann leicht geschockt dass mit Stephan Vuckovic ein Profi-Sportler angemeldet war, den ich als fast unbezwingbaren Gegner einschätzte. Das Problem wäre das "fast" gewesen, ich hätte mich natürlich auch über einen zweiten Platz gefreut, an der Startlinie hätte aber wahrscheinlich mein Ehrgeiz über meine Vernunft gesiegt und ich hätte versucht mit Vucko mitzuhalten.
Da dies höchstwahrscheinlich in einem mehr als extrem harten Rennen für mich geendet hätte, war ich etwas erleichtert ihn nicht an der Startlinie zu sehen.
Das Rennen selbst wollte ich mir so einteilen, dass ich am höchsten Punkt, an km11, meine Konkurrenten stark gefordert habe ohne selbst am absoluten Limit zu sein. Am Start war trotzdem alle Vorsicht vergessen
und ich setzte mich sofort einige Meter vom Feld ab. Dass der Unterschied zwischen 30°C und 35°C ein großer ist viel mir schon hier auf: Unter 3:30min für den ersten Kilometer zu laufen, wie noch im letzten Jahr, war für mich fast unmöglich und ich gab mich mit 10sec mehr zufrieden.
Der schattige Weg nach Spessart fiel mir dann trotz der vielen Höhenmeter noch leicht. Ich wunderte mich etwas darüber, dass an diesem Tag Thomas Gasch statt Jürgen Liebergeld mein stärkster Konkurrent zu sein schien. Von Thomas konnte ich mich auf den flacheren Passagen das Anstiegs etwas absetzen und kam schon hier zur Einschätzung, dass ich im Flachen Vorteile habe. Als wir aus dem Wald und durch Spessart in die stechende Sonne liefen nahm ich mir vor mich speziell auf dem folgenden Stück bis Kilometer 11 etwas zu schonen.
Am Ortsausgang von Spessart warteten meine Frau und meine Schwägerin mit einer Flasche eines Iso-Getränks, das ich gerne annahm um es auf den nächsten 4km langsam zu trinken. Am letzten Anstieg am Ortsausgang von Schluttenbach lies ich es dann nochmal etwas lockerer angehen und versuchte mein Getränk bis zum letzten Tropfen zu leeren. Da kurz vor dem Scheitelpunkt dieser letzten Erhebung Thomas auf mich auflief könnte ich diese letzten Tropfen aber sogar noch mit ihm teilen und hoffte ihn dabei etwas mit der betont lockeren Art zu beeindrucken mit der ich ihn ansprach. Die leere Trinkflasche lies ich beim Versorgungstand vor der Abwärts-Passage liegen, freute mich die Hände wieder frei zu haben und brauchte diese auch um auf dem Weg nach unten das Gleichgewicht zu halten. Ich wusste dass ich im letzten Jahr für einen Kilometer auf dieser Strecke etwa 3:15min gebraucht hatte und wollte versuchen auch in diesem Jahr mit einer guten Lauftechnik nicht langsamer zu sein.
Dies gelang und ich konnte mich schon hier wieder deutlich von Thomas absetzen. Nachdem ich dann über 3km abwärts gelaufen war freute ich mich auf das Laufen in der Ebene und sagte mir, dass ich - wenn ich
die verbleibende Strecke ordentlich arbeite - das Rennen wohl gewinnen werde.
Zunächst hoffte ich eine Pace von unter 3:40 halten zu können musste mich ab dem dritten Flach-Kilometer dann aber mit 2-3sec mehr zufrieden geben.
Hier begleitete mich dann mein Freund und Lauf-Partner Knut Weinhold vom LT-Karlsruhe auf dem Fahrrad, was eine schöne Überraschung war und mir sehr half.
Sehr zufrieden war ich dann auch mit meinen Kraft-Reserven: Auf dem letzten Kilometer konnte ich die Pace nochmal etwas steigern. Was die Regeneration nach dem Rennen angeht war dies zwar eher kontraproduktiv, die Bestätigung meiner guten Form war es mir aber allemal wert. Im Vorjahr war ich trotz einer 2min schnelleren Gesamtzeit am Ende etwas eingebrochen und hatte für die letzten 7km fast 1min mehr benötigt.
Für den Ettlinger Halbmarathon 2013 sind meine Ziele damit klar: Die erste Rennhälfte möchte ich wie in 2011 laufen, die zweiten Rennhälfte wie in 2012. Und selbst falls ich nicht in Topform sein werde, teilnehmen werde ich in jedem Fall wieder. Das Rennen mit seinem anspruchsvollen Profil stellt eine einzigartige Herausforderung dar.

Ich freu mich schon darauf vom Berlin-Marthon zu berichten!

Gruß,
Emanuel