Laufbericht: Weinsberger Halbmarathon am 24. Februar 2008

Der Weibertreulauf in Weinsberg nahe Heilbronn lockt mit seinem Motto:“ einer der landschaftlich schönsten und anspruchsvollsten Halbmarathons in Süddeutschland“ jährlich Ende Februar ca. 500 Läufer auf die Halbmarathondistanz. So entschied auch ich mich diesen Lauf in mein Programm in 2008 zu integrieren.
Am Vorabend des Rennens studierte ich das Höhenprofil und versuchte mir eine „den Umständen entsprechende“ Taktik zurechtzulegen. Also vor allem die Anstiege mit möglichst lockerem und unverkrampftem Tempo erklimmen und in den Bergabpassagen mächtig aufs Gas zu treten, um die verlorene Zeit möglichst wieder aufzuholen.

 

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Das Rennen:
Wie im Wetterbericht prognostiziert sollten an diesem Tag, nachdem sich die letzten Nebelschwaden des Morgens verzogen hatten, perfekte äußere Bedingungen herrschen. Lockeres Einlaufen und einige Steigerungsläufe vermittelten mir ein sehr gutes Gefühl am Start, so dass ich mir sicher war, dass sich die Trainingsstrapazen der letzten Woche heute auszahlen sollten. Der Startschuss fiel und ich versuchte mich an Michael Sommer, den mehrmaligen deutschen 100Km Meister, dranzuhängen. Erster Kilometer: 3:27min/Km, einen Tick zu schnell dachte ich, aber meine Beine fühlten sich an diesem Tag richtig gut an. Kilometer 3: die Uhr zeigt 10:52min, Wahnsinn!! Allerdings muss ich jetzt Sommer und 7 weitere Athleten ziehen. Mit 6%iger Steigung folgte nun der erste härtere Anstieg des Rennens. Wie in meiner Taktik zurechtgelegt, nahm ich das Tempo heraus und versuchte in der 3 Kilometer langen Bergabpassage wieder aufs Gas zu treten. Nun folgte bei Kilometer 8 mit 130 Höhenmeter und 8% Steigung die schwerste Rampe des Laufs. Bei Kilometer 10 standen 39:28 zu Buche, vielleicht ein bisschen zu langsam, dachte ich, aber meine Beine sprachen eine andere Sprache. Sie fühlten sich an als würde das Laktat jeden Moment herausplatzen. Ein junger Athlet holte mich ein und stammelt: “Welche Altersklasse bist du?“ Er wollte unter die ersten drei der MHK laufen und diesen Platz hatte gerade ich inne. Ich kämpfte schwer, um an ihm dranzubleiben und versuchte gleichzeitig meine Beine wieder locker zu kriegen. Wir passierten die höchste Stelle...endlich!! Bergab kamen mir die hohen Umfänge der letzten Wochen entgegen, so dass ich mich recht schnell einigermaßen erholt hatte und meinen Mitstreiter bei ca. Kilometer 14 wieder abschütteln konnte. Die Strecke führte in die Weinberge, wo einige giftige Anstiege bereits warteten. Ein Mann feuert mich bei Kilometer 17 an und sagte, dass dies der letzte Anstieg sei. HAHA! Es folgten 3 weitere Anstiege, der fieseste zwischen Kilometer 20 und 21, vor dem ich mit dem Kopf schon halb im Ziel angekommen war. Ein letztes Mal beißen, an die gute Zeit und die Lorbeeren im Ziel denken! Geschafft, als 11. gesamt und 3. in der MHK passierte ich in 1:21:45 h überglücklich den Zielstrich und war total im Eimer!!! Allerdings bin ich richtig zufrieden über meinen gelungenen Einstand 2008 und für den LT.

Fazit:
In der Tat ein sehr schöner Lauf aber auch schwerer Lauf, mit Ausblick auf das Heibronner Umland. Für alle die eine besondere Herausforderung suchen oder sich auf einen Marathon Ende März vorbereiten wollen, zu empfehlen.

Keep on running

Florian Scholl

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